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Barcode-Typen: Eine Übersicht

In den 50 Jahren seit ihrer Erfindung sind Barcodes für die Datenspeicherung und den Datenabruf unerlässlich geworden. Gerade durch die Produktkennzeichnung mit Barcodes wie UPC und EAN gewannen sie enorm an Bedeutung, da sie beispielsweise die Kundenabwicklung an Supermarktkassen um ein Vielfaches beschleunigten. Über die Jahrzehnte wurden viele verschiedene Arten von Barcodes entwickelt, die teils weltweit zum Einsatz kommen.

Die verschiedenen Barcode-Typen lassen sich in eindimensionale (1D) und zweidimensionale (2D) Barcodes einteilen. Eindimensionale Barcodes bestehen lediglich aus Strichen und werden meist mittels Laserscanner horizontal ausgelesen. Zweidimensionale Codes nutzen auch die Vertikale, weswegen ein Gerät mit Kamera, etwa ein Smartphone, zum Scannen benötigt wird. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die beliebtesten Barcode-Typen und ihre Eigenschaften.

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Eindimensionale (1D) Barcodes / lineare Barcodes

Eindimensionale Barcodes

Eindimensionale Barcodes kodieren Information durch verschieden breite Linien und Abstände (daher die Bezeichnung “lineare Barcodes”). Sie können nur eine sehr begrenzte Menge an Daten enthalten. Da 1D-Barcodes von kostengünstigen Laserscannern ausgelesen werden können, finden Sie in den verschiedensten Branchen Anwendung. Wenn Ihr Gerät zweidimensionale Codes wie QR lesen kann, ist auch das Scannen von 1D-Barcodes möglich. So ist etwa Ihr Smartphone in der Lage, sowohl 1D- als auch 2D-Barcodes zu lesen. Für Unternehmen stellt die Verwendung einer leistungsstarken Scan-Software den Schlüssel für effiziente Arbeitsabläufe in unterschiedlichsten Bereichen dar, z. B. Einzelhandel, Logistik, Versicherungen, Gesundheitswesen.

Code 39

Beispiel für Code 39
  • Art: Linien mit zwei verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: variabel
  • Anwendung: Industriell
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 16388

Erfahren Sie mehr über Code 39

Als einer der ersten linearen Barcodes kodiert Code 39 lediglich Ziffern, Großbuchstaben und einige Sonderzeichen. Er beansprucht relativ viel Platz, weswegen er sich nicht zum Aufbringen auf kleinere Gegenstände eignet. Hier wurde durch die Einführung von Code 128 Abhilfe geschaffen.

VIN Barcode

  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 17
  • Anwendung: Automobilbranche
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 16388 (Code 39)

Erfahren Sie mehr über VIN Barcodes

Barcodes zum Scannen der VIN (Vehicle Identification Number) verwenden die Code-39-Symbologie in Kombination mit festgelegten Spezifikationen. VIN-Barcodes werden ausschließlich zur Identifizierung von Fahrzeugen verwendet. Sie kodieren 17 alphanumerische Zeichen, wobei manchmal ein "I" vorangestellt wird, welches für "Import" steht. Die Vehicle Identification Number wird nicht immer zusätzlich durch einen Barcode angezeigt. Diesen zu scannen vermeidet jedoch Fehler bei der manuellen Erfassung der langen Zeichenreihe.

Code 93

  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: variabel
  • Anwendung: Industriell
  • ISO/IEC-Standard: –

Erfahren Sie mehr über Code 93

Eine kompaktere Variante von Code 39. Code 93 kodiert den gesamten ASCII-Zeichensatz, nimmt dabei aber weniger Raum ein. Die Länge des Codes ist variabel. Zwei Prüfsummen sind erforderlich.

Code 128

Beispiel für Code 128
  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: variabel
  • Anwendung: Hohe Verbreitung in allen Branchen
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 15417

Erfahren Sie mehr über Code 128

Code 128 kodiert den kompletten ASCII-Zeichensatz und enthält stets eine Prüfziffer – ein merklicher Fortschritt gegenüber Code 39. Er enthält mehr Daten, nimmt dabei aber weniger Platz in Anspruch, und findet daher besonders im Warentransport Verwendung.

GS1–128

Beispiel für GS1-128 Code

Erfahren Sie mehr über GS1-128

Beim GS1-Barcode handelt es sich um einen Substandard zu Code 128. Er ist insbesondere in der industriellen Fertigung stark verbreitet, da er den Datenträger (Code 128) mit einer bestimmten Datenstruktur (GS1) verbindet. Durch diese Struktur lassen sich Bestellnummern, Gewichte, Herstell- und Verfallsdaten sowie Lagerplatznummern effizient kodieren.

EAN (European Article Number)

Beispiel für EAN-Code
  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 8 oder 12 Ziffern
  • Anwendung: Einzelhandel
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 15420

Erfahren Sie mehr über EAN

Europäischen Lesern sind EAN-Codes bestens bekannt, denn im Einzelhandel finden sie breite Anwendung. Sie können bis zu 12 Ziffern kodieren und werden auch für die ISBN (International Standard Book Number) verwendet. Das amerikanische Pendant zu EAN ist UPC (Universal Product Code).

UPC

  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 12
  • Anwendung: Einzelhandel, Lagerscanner, Logistik
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 15420

Erfahren Sie mehr über UPC

UPC (Universal Product Code) kodiert 12 numerische Zeichen, die eine GTIN (Global Trade Item Number) bilden. Das europäische Äquivalent ist der EAN-Code. Im Einzelhandel werden UPC-Codes in Verbindung mit Datenbanken verwendet, um Produkte mit Preisen und Stückzahlen zu verbinden.

Codabar

  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 16
  • Anwendung: Bibliotheken, Labore, Blutbanken
  • ISO/IEC-Standard: –

Erfahren Sie mehr über Codabar

Der größte Vorteil von Codabar-Codes ist, dass sie selbst mit günstigen Druckergeräten fehlerfrei gedruckt werden können. Sie kodieren bis zu 16 Zeichen (die Zahlen 0 bis 9 sowie einige Sonderzeichen) und zusätzlich 4 Start- und Stoppzeichen (A, B, C, D). Codabar ist selbstprüfend, weswegen ein gescheiterter Scan eine Fehlermeldung statt ungenauer Daten erzeugt.

ITF

  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: variabel
  • Anwendung: Industriell, Logistik
  • ISO/IEC-Standard: –

Erfahren Sie mehr über ITF

ITF (auch Interleaved 2 of 5 oder Standard Distribution Code) kodiert Zahlen paarweise und verwendet dazu sowohl die schwarzen Linien als auch die weißen Zwischenräume. Dadurch erhöht sich die Informationsdichte. Die Länge des Codes ist variabel, aber die Anzahl der numerischen Zeichen muss aufgrund der paarweisen Kodierung gerade sein.

Industrial 2 of 5

Example of Industrial 2 of 5 barcode
  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: variabel
  • Anwendung: Logistik, Luftverkehr
  • ISO/IEC-Standard: –

Industrial 2 of 5 ähnelt dem ITF-Barcode insofern, dass stets zwei der fünf schwarzen Striche, die eine Ziffer kodieren, breit sind. Ein Unterschied ist, dass die weißen Zwischenräume bei Industrial 2 of 5 eine feste Breite haben.

Standard 2 of 5 (IATA)

Beispiel für Standard 2 of 5 (IATA)
  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: variabel
  • Anwendung: Luftverkehr
  • ISO/IEC-Standard: –

Die International Air Transport Association nutzt Standard 2 of 5 als Substandard von Industrial 2 of 5, um Daten für die Verarbeitung von Luftfracht zu kodieren. Daher wird er auch IATA 2 of 5 genannt. Er kodiert eine gerade Anzahl an Ziffern und kann eine optionale Prüfziffer beinhalten.

MSI Plessey

Example of MSI Plessey code
  • Art: Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 255
  • Anwendung: Bestandsverwaltung, Lebensmittelgeschäfte, Bibliotheken
  • ISO/IEC-Standard: –

Erfahren Sie mehr über MSI Plessey

MSI Plessey ist eine einfache Symbologie mit variabler Länge, die lediglich die Zahlen 0 bis 9 kodiert. Es handelt sich um eine Variante des Plessey-Codes. Weitere Vertreter sind Anker Plessey und Telxon Plessey, wobei MSI Plessey wird heutzutage häufiger Verwendung findet, besonders in den USA.

Zweidimensionale (2D) Barcodes / Matrix-Codes

Beispiele für 2D-Barcodes

Zweidimensionale Barcodes bestehen aus einem Raster aus Pixeln, die jeweils den Zustand "ein" (schwarz) oder "aus" (weiß) haben können. Diese Pixel haben normalerweise eine feste Breite und Höhe. Ein visueller Anker, der Marker oder Symbol genannt wird, erleichtert es den Lesegeräten, den Code zu finden. Beispiele hierfür sind die Quadrate in den Ecken eines QR-Code, das zentrale Quadrat im Aztec Code und die schwarzen Kanten des Data Matrix Code.

Zweidimensionale Codes ermöglichen eine höhere Datendichte, können also auf kleinerer Fläche mehr Daten speichern. Gleichzeitig verfügen sie über eine hohe Fehlertoleranz. Somit liefern sie auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei teilweiser Beschädigung des Codes akkurate Ergebnisse. Der Nachteil: 2D-Codes können nicht von herkömmlichen Laserscannern für 1D-Codes gelesen werden. Stattdessen wird ein Lesegerät mit Kamera (z. B. ein Smartphone) benötigt.

PDF417

Beispiel für PDF417-Code
  • Art: Gestapelte Linien mit vielen verschiedenen Strichstärken
  • Max. alphanumerische Zeichen: variabel
  • Anwendung: Logistik, Tickets Führerscheine, Visen, Personalausweise
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 15438

Erfahren Sie mehr über PDF417

Im Gegensatz zu anderen 2D-Barcodes besteht der PDF417-Code aus mehreren übereinander angeordneten eindimensionalen Strichcodes. Der United States Postal Service verwendet ihn für Briefmarken und das Department of Homeland Security für Führerscheine und Personalausweise. Hierzulande kennt man PDF417-Codes vor allem von Boarding-Pässen am Flughafen.

In einem PDF417-Code befindet sich links das Start- und rechts das Endmuster, während die Daten selbst im Bereich dazwischen kodiert werden. Da die Ausmaße des Codes variabel sind, ist er vielseitig einsetzbar.

Data Matrix

Beispiel für Data Matrix-Code
  • Art: Pixel-Matrix mit L-förmigem Rand als Marker
  • Max. alphanumerische Zeichen: 3116
  • Anwendung: Luftfahrt, Automobilbranche, Elektronik
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 16022

Erfahren Sie mehr über Data Matrix

Der schwarze, L-förmige Rand zeigt die Ausrichtung des Codes an, während das alternierende Muster auf beiden anderen Kanten die Zeilen und Spalten nummeriert. Je nach Größe kann ein Data Matrix Code mehr als 3000 Zeichen kodieren, wodurch sich eine relativ große Datenmenge auf sehr kleinem Raum speichern lässt. Wird ein solcher Code beispielsweise in ein Bauteil eingraviert, lässt sich dieses über die gesamte Lebensdauer schnell identifizieren.

NTIN

  • Art: Pixel-Matrix mit L-förmigem Rand als Marker
  • Max. alphanumerische Zeichen: 3116
  • Anwendung: Pharmabranche
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 16022 (Data Matrix)

Erfahren Sie mehr über NTIN-Codes

Diese Data-Matrix-Codes werden auf Medikamentenpackungen gedruckt, um Arzneimittelfälschungen vorzubeugen. Dabei wird eine 8-stellige nationale Produktnummer mit einem 4-stelligen GTIN-Präfix kombiniert. Bevor ein Medikament abgegeben wird, scannen Apotheker*innen den Barcode mit der NTIN (National Trade Item Number), um sicherzustellen, dass das Produkt echt ist und keine Veränderungen an der Packung vorgenommen wurden.

PPN

  • Art: Pixel-Matrix mit L-förmigem Rand als Marker
  • Max. alphanumerische Zeichen: 3116
  • Anwendung: Pharmabranche
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 16022 (Data Matrix)

Erfahren Sie mehr über PPN-Codes

Die PPN (Pharmacy Product Number) wurde ins Leben gerufen, um Arzneimittelpackungen weltweit identifizieren zu können und damit Fälschungen zu verhindern. Wie die NTIN (National Trade Item Number) wird auch die PPN mittels Data Matrix kodiert und umfasst den PRA-Code, die nationale Zulassungsnummer und zwei Prüfziffern.

Royal Mail Mailmark

  • Art: Pixel-Matrix mit L-förmigem Rand als Marker
  • Max. alphanumerische Zeichen: 3116
  • Anwendung: Postversand
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 16022 (Data Matrix)

Erfahren Sie mehr über Royal Mail Mailmark

Dieser Barcode wird in Großbritannien für das Porto von Postsendungen verwendet. Unternehmen erhalten durch dessen Verwendung außerdem Einsichten in Daten zu ihren Sendungen. An Mailmarks gelangt man über die Frankiermaschinen der Royal Mail.

Aztec Code

Beispiel für Aztec-Code
  • Art: Pixelmatrix mit Marker im Zentrum
  • Max. alphanumerische Zeichen: 3832
  • Anwendung: Logistik, Gesundheitswesen
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 24778

Erfahren Sie mehr über Aztec Code

Seinen Namen hat der Code vom Quadrat in der Mitte, welches einer aztekischen Pyramide ähnelt. Dadurch ist keine "Ruhezone" an den Rändern notwendig, was wiederum Platz spart. Aztec Codes werden spiralförmig vom Mittelpunkt ausgehend gelesen und können dank Fehlerkorrektur Beschädigungen ausgleichen. Sie sind besonders im öffentlichen Personentransport weit verbreitet, so auch bei der Deutschen Bahn.

QR Code

Beispiel für QR-Code
  • Art: Pixelmatrix mit Markern in den Ecken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 7089
  • Anwendung: Marketing, öffentlicher Personennahverkehr, Paketzustellung
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 18004

Erfahren Sie mehr über QR Codes

Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones wurde dieser Barcode immer beliebter. Er ist leicht an den drei Quadraten zu erkennen, die dem Lesegerät seine Position anzeigen. Ein Scan genügt, um eine Website aufzurufen oder sich mit einem WLAN-Netzwerk zu verbinden. Inzwischen werden QR Codes auch auf Covid-19-Impfzertifikaten verwendet. Dank Fehlerkorrektur nach Reed-Solomon lassen sich QR Codes auch dann noch korrekt auslesen, wenn ein beträchtlicher Teil der Matrix fehlt. Sie eignen sich daher besonders für Tickets und ähnliche Anwendungen, bei denen Robustheit gefragt ist.

GiroCode

  • Art: Pixelmatrix mit Markern in den Ecken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 7089
  • Verwendung: Finanztransaktionen
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 18004 (QR Code)

Erfahren Sie mehr über GiroCodes

Mittels GiroCode (auch EPC-QR-Code genannt) lassen sich Finanztransaktionen innerhalb der EU schnell und unkompliziert ausführen. Der vom Europäischen Zahlungsverkehrsausschuss standardisierte Code enthält alle für SEPA-Zahlungen notwendigen Informationen. Durch das Scannen erübrigt sich die fehleranfällige manuelle Eingabe langer IBANs.

Swiss QR Code

  • Art: Pixelmatrix mit Markern in den Ecken
  • Max. alphanumerische Zeichen: 997
  • Verwendung: Finanztransaktionen
  • ISO/IEC-Standard: ISO/IEC 18004 (QR Code)

Erfahren Sie mehr über Swiss QR Codes

Swiss QR Codes sind Bestandteil von QR-Rechnungen in der Schweiz und enthalten Zahlungsanweisungen in einem maschinenlesbaren Format. Enthalten sind folgende Informationen: Währung, Betrag, IBAN, Kontoinhaber:in, Angaben zur zahlungspflichtigen Person, Referenz und ein Freitextfeld.

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