Open Source Scanner oder proprietäres SDK? Die Vor- und Nachteile für Ihr Unternehmen im Überblick.

14.1.2021

Wer Scanfunktionen in seine App integrieren möchte, egal ob nativ oder plattformübergreifend, steht vor vielen Entscheidungen. Die Frage “Make or Buy“ haben wir vor einigen Monaten bereits beleuchtet, jedoch bieten sich Unternehmen auch nach der Entscheidung gegen das Schreiben eines eigenen Codes noch diverse Lösungen zur Integration der gewünschten Funktionen. Kostenfreie Open-Source-Software und proprietäre Scan-SDKs bieten Vor- und Nachteile. Im Folgenden wollen wir diese für Sie zusammenfassen.

Was ist Open-Source-Software?

Open-Source-Software beschreibt kostenfreien Code, welcher Ergebnis der Zusammenarbeit einer großen Community ist. Im Gegensatz zu proprietärer Software ist dieser kostenfrei erhältlich und kann von jedem Nutzer frei eingesehen und verändert werden. So können entsprechend des eigenen Use Cases Funktionen hinzugefügt, oder auch gelöscht werden. Da die Arbeit der Community an dem Produkt stets fortgesetzt wird, werden regelmäßig Neuerungen, Patches und Updates angeboten.

Der Begriff Free Software steht mit seinen Grundsätzen, ein Programm nachvollziehen, verändern, verteilen und beliebig nutzen zu können, in enger Verbindung zur Open-Source-Bewegung, unterscheidet sich jedoch in der dahinter stehenden Philosophie von dieser. Während die Open-Source-Bewegung businessorientiert ist und die praktischen Vorteile der freien Programme in den Vordergrund stellt, sehen Vertreter der Free Software Bewegung soziale und moralische Themen als Kernthematik.

📌 Programme, welche als Free Software angeboten werden, bieten meist dieselben Rahmenbedingungen, wie die Open-Source-Projekte.

Anders sieht es bei Freeware aus. Doch was ist Freeware-Software? Hierbei handelt es sich um kostenfreie Versionen von proprietären Programmen, deren Nutzung häufig stark limitiert ist. So sind kommerzielle Zwecke zumeist vollständig ausgeschlossen, sodass sich Freeware nur für private Nutzer eignet.

Was sind die wichtigsten Unterschiede bei Open-Source-Lizenzen?

Auch bei Open-Source-Programmen gibt es immer eine Person, die das Recht an der Lizenz hält, und dieses zuvor vergeben muss, damit das Programm unter die Kategorie FLOSS fallen kann. Viele Open-Source-Softwares stehen unter der GNU General Public License (GPL), welche erfordert, dass Programme die FLOSS integrieren, ebenfalls unter GPL, oder einer kompatiblen Lizenz, stehen.

Relevant ist hierbei die Copyleft-Klausel, welche verhindert, dass kostenlose Software in die proprietäre Domäne überführt wird. Modifizierte Fassungen eines Open-Source-Programms müssen somit weiterhin uneingeschränkt frei verfügbar bleiben. Darunter fallen auch alle GPL-Lizenzen, welche jedoch durch schwaches Copyleft die Kombination mit eigenen, proprietären Softwarekomponenten in einem begrenzten Umfang erlauben. Diese müssen dann nicht als FLOSS veröffentlicht werden.

Die Regelungen der GPL erlauben somit auch die Abspaltung des Projekts als Fork. Dies geschieht meistens, wenn mehrere Entwickler verschiedene Ziele mit der Ursprungssoftware verfolgen, oder ein inaktives Projekt wieder aufgenommen werden soll. Hierbei wird die ursprüngliche Software als exakte Kopie unter einem neuen Namen abgespalten, und fortan unabhängig, und frei zugänglich, weiterentwickelt.

Die Vorteile von Open-Source-Tools im Überblick: 

Was sind die Nachteile von Open-Source-Software gegenüber proprietären Programmen?

Die Nutzung von Open-Source-Software unterliegt offensichtlich einigen rechtlichen Einschränkungen. Zwar liegt eine freie Nutzung im Fokus der Bewegung, jedoch gibt es insbesondere bei der Integration in proprietäre Programme Einschränkungen. So müssen im Sinne der GPL sämtliche Programme, die Open-Source-Code enthalten, öffentlich zugänglich gemacht werden.

Zudem ist Open-Source-Software nie eine ganzheitliche Lösung. Möchten Sie beispielsweise einen Dokumentenscanner mit integrierter Texterkennung in Ihre mobile App integrieren, so müssen Sie dieses Werkzeug aus diversen, frei verfügbaren Programmen zusammensetzen. In diesem Fall wären das beispielsweise die Scanning-API, etwaige Bildfilter, die Benutzeroberfläche sowie die OCR Texterkennung. Jede dieser einzelnen Komponenten unterliegt dann noch einmal separat ihrer Lizenz und ist somit unter anderen Nutzungsbedingungen verfügbar.

Diese müssen geprüft und miteinander vereint werden, sodass alle verwendeten Software-Bestandteile rechtlich einwandfrei in die Zielapp integriert werden dürfen. Sobald diese Open-Source-Programme dann als Fork für die eigenen geschäftlichen Zwecke weiterentwickelt werden, müssen alle Updates der ursprünglich am Projekt beteiligten Entwickler manuell eingepflegt werden, sodass die Funktionen fortlaufend kompatibel mit dem jeweiligen Betriebssystem sind, und den neuesten technischen Stand widerspiegeln. Dies erfordert einen erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand seitens des firmeninternen Entwicklerteams und birgt das Risiko, dass Kunden nicht immer sofort mit der aktuellsten Version einer Komponente versorgt werden können.

Des Weiteren muss hierbei bedacht werden, dass die Arbeit an Open-Source-Projekten häufig lediglich als Hobby betrieben wird und hierbei dann keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt werden. Updates erscheinen somit unregelmäßig, oder gar nicht, sodass im ungünstigsten Fall eine Inkompatibilität zwischen Funktionen und Betriebssystem entstehen kann. 

Trotz der niedrigen Kosten, kann ein Open-Source-basiertes Projekt somit zu einem erheblichen, vorher schwer kalkulierbaren Kostenfaktor werden, insbesondere durch den unvorhersehbaren Arbeitsaufwand und etwaige Kompatibilitätsprobleme.

Proprietäre Software Development Kits – die Vorteile im Überblick

Im Gegensatz zu den einzelnen Software-Komponenten, die für eine Open-Source-gestützte Integration notwendig sind, handelt es sich bei einem proprietären Software Development Kit (SDK) um eine vollständige Lösung, die problemlos integriert und an die CI angepasst werden kann. Durch die Anpassbarkeit von Farbe und Text bleibt hier die Individualität, die Open-Source-Software bietet, erhalten.

Updates und neue Funktionalitäten sind hierbei fortlaufend automatisch verfügbar, ohne dass die Entwickler der jeweiligen App Anpassungen vornehmen müssen. Die Kompatibilität mit dem jeweiligen Betriebssystem und plattformübergreifende Wrapper ist somit jederzeit gewährleistet, während die Funktionen auf den neusten technischen Stand sind und somit eine optimale Nutzererfahrung und präzise Ergebnisse ermöglichen.

Beim Kauf einer proprietären Software-Lizenz erhalten Firmen einen umfassenden Support. So erhalten Unternehmen, die beispielsweise das Scanbot SDK nutzen, einen dedizierten Slack-Channel, in dem die firmeneigenen Entwickler direkt mit den Scanbot-Entwicklern in Kontakt treten können. Sämtliche Updates, neue Features und Bugfixes sind ebenso im Preis mit inbegriffen wie die Betreuung durch einen Customer Success Manager, der auch nach Vertragsabschluss eine rundum Betreuung gewährleistet.

Der Anbieter proprietärer Lizenzen ist verantwortlich dafür, dass Integration, Anwendung und Updates ihres Scanner SDK reibungslos ablaufen und kommt dieser Pflicht nach. Somit lassen sich langwierige, interne Bugfixes, und Updates der Funktionalitäten vermeiden, um den Nutzern der App ein permanent makelloses Nutzererlebnis zu garantieren.

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